Das Welternährungsprogramm (WFP) gab bekannt, dass es aufgrund finanzieller Engpässe in den kommenden Wochen gezwungen sein könnte, die Lebensmittelhilfe für Sudan erheblich zu reduzieren. Carl Skau, der kommissarische Leiter der Organisation, sagte auf einer Pressekonferenz in New York, dass die Operationen der Organisation vollständig unter finanziellem Druck stehen und es bei fehlender weiterer Finanzierung wahrscheinlich zu einer drastischen Reduzierung der Hilfe kommen wird.
Die humanitäre Lage in Sudan
Sudan steht derzeit vor der größten Hunger- und Flüchtlingskrise der Welt. Laut Skau sind 14 Millionen Menschen in diesem Land vertrieben worden, und etwa fünf Millionen Menschen sind mit Notstandshunger konfrontiert. Zudem befinden sich rund 200.000 Menschen in einer kritischen Nahrungsmittelknappheit. Das Welternährungsprogramm erreicht derzeit zwischen vier und fünf Millionen Menschen jeden Monat, aber finanzielle Engpässe haben Einschränkungen bei der Bereitstellung von Hilfe verursacht.
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Finanzierungsherausforderungen und Auswirkungen der Dürre
Das Welternährungsprogramm benötigt fast 300 Millionen Dollar, um seine laufenden Operationen in Sudan aufrechtzuerhalten. Während die Organisation in diesem Jahr bisher nur etwa 206 Millionen Dollar erhalten hat, ist dieser Betrag im Vergleich zu 645 Millionen Dollar im vergangenen Jahr erheblich gesunken. Diese Reduzierung der Finanzierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Dürre in Darfur eine ernsthafte Bedrohung für die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion darstellt. Skau warnte, dass Darfur seit 1984 nicht mehr so trocken war und wir uns derzeit in der Regenzeit befinden, was die Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen auf die Landwirtschaft verstärkt.
In der Region Tawila, Darfur, wo sich fast eine Million Menschen aufgehalten haben, bietet das Welternährungsprogramm etwa 950.000 Menschen jeden Monat Nahrung an, kann jedoch nur die Hälfte des erforderlichen Kontingents bereitstellen. Skau wies darauf hin, dass die Organisation nur Lebensmittel bereitstellen kann, die für zwei Wochen ausreichen, was den Bedarf an zusätzlicher Finanzierung verdeutlicht.
Bei Skau's Besuch in El Fasher stellte er fest, dass nur noch Zehntausende von Menschen in einer Stadt leben, die einst eine Million Einwohner hatte. Nach einer 18-monatigen Belagerung, Hungersnot und Verbrechen sind diese Menschen ausschließlich auf die lebenswichtige Lebensmittelhilfe angewiesen, die das Welternährungsprogramm bereitstellt. Skau verwies auch auf die Eskalation der Konflikte in Kordofan und im Blauen Nil und bezeichnete diese Regionen als neue Konfliktzentren. Er betonte, dass mehr Anstrengungen unternommen werden müssen, um die vertriebenen und verletzten Personen zu unterstützen.
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