Tim Lenderking, ehemaliger US-Vertreter im Jemen, betonte in einem Webinar am Middle East Institute in Washington die Notwendigkeit, den diplomatischen Fokus der Vereinigten Staaten auf den Jemen nach den erheblichen Fortschritten der Houthi zu erhöhen. Er sagte: "Diese Gruppe benötigt mehr politische und militärische Unterstützung."
Besorgniserregende Entwicklungen an den Küsten des Jemen
Die Houthi haben kürzlich die Kontrolle über die gesamten Westküsten des Jemen, einschließlich des Hafens von Al-Mokha und der strategischen Insel Perim, übernommen, was ihnen einen Vorteil in der Straße von Bab al-Mandab verschafft. Saudi-Arabien, das seit 2015 eine Koalition gegen die Houthi anführt, hat als Reaktion auf diese Entwicklungen begonnen, Angriffe mit dieser Gruppe auszutauschen. Riyadh gab am Freitag bekannt, dass es aufgrund mehrfacher Angriffe seine lebenswichtige Ost-West-Pipeline gestoppt hat.
Tim Lenderking fügte hinzu: "Die Haltung der US-Regierung gegenüber dem Jemen war seit der Rückkehr von Donald Trump an die Macht äußerst passiv, und das muss sich ändern." Er warnte, dass die jüngsten Fortschritte der Houthi zeigen, dass diese Situation mehr Aufmerksamkeit von den USA benötigt.
Strategische Konsequenzen für Iran und Amerika
Die Kontrolle der Houthi über die Straße von Bab al-Mandab, die gegenüber der Halbinsel Arabien von der Straße von Hormuz liegt, könnte Iran im Krieg gegen Amerika einen Vorteil verschaffen und es diesem Land ermöglichen, regionale Transport- und Versorgungswege einzuschränken. Tim Lenderking bezeichnete diese Fortschritte als "äußerst besorgniserregend" und forderte einen gemeinsamen und koordinierten Ansatz der Golfstaaten.
Angesichts des seit 2014 andauernden Krieges im Jemen betonen Tim Lenderking und andere Experten die Bedeutung von Aufmerksamkeit und sofortigem Handeln in dieser Krise. Laut F. Gregory Gause, einem Mitarbeiter des Middle East Institute, ist "die Bombardierung der Houthi einfach nicht möglich" und der einzige Weg, Einfluss auf diese Gruppe auszuüben, führt über Teheran.




