Der Einsatz chemischer Waffen in Syrien und Sudan hat schwerwiegende Verstöße gegen das internationale Recht zur Folge gehabt. Im Jahr 2013 wurden Berichte über den Einsatz chemischer Waffen durch die Regierung von Bashar al-Assad gegen ihr eigenes Volk veröffentlicht. Dieses Thema rückte einige Jahre später mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Sudan und der Behauptung über den Einsatz chemischer Waffen durch die sudanesische Armee erneut in den Fokus.
Die Bedeutung der Umsetzung des Chemiewaffenübereinkommens
Robert Fairweather, ehemaliger Leiter des Büros der Organisation für das Verbot chemischer Waffen, betont, dass die Umsetzung des Chemiewaffenübereinkommens mit allen möglichen Mitteln erfolgen muss. Er sagt: "Es gibt zunehmende Beweise, die darauf hindeuten, dass Chlor im Sudan möglicherweise ähnlich wie in Syrien eingesetzt wurde."
Fairweather verweist auf die Ähnlichkeiten zwischen den in Syrien und Sudan eingesetzten Fassbomben und fügt hinzu: "Wenn wir das Übereinkommen aufrechterhalten wollen, müssen wir es anwenden und sicherstellen, dass wir nach internationalen Standards handeln."
Beweissammlung und Herausforderungen
In Syrien haben Medienberichte wie die der BBC und CBS die weltweite Aufmerksamkeit auf die Situation der Opfer gelenkt. Ein Sicherheitsberater der britischen Armee, Hamish de Bretton-Gordon, teilt seine Erfahrungen aus dieser Krise und betont, dass überprüfbare Beweise gesammelt werden müssen, um das Assad-Regime zur Rechenschaft zu ziehen.
Nach den chemischen Angriffen kontaktierte de Bretton-Gordon die syrische medizinische Hilfsorganisation und gründete ein Team zur Schulung von Ärzten in der Beweissammlung. Er erklärt, dass die Beweissammlung nur dann wertvoll ist, wenn eine vollständige Kette von Beweisen vorhanden ist, und jede Lücke in dieser Kette die Glaubwürdigkeit der Beweise in Frage stellt.
Die Erfahrung der Beweissammlung in Syrien, insbesondere in gefährlichen Zeiten, brachte viele Herausforderungen mit sich. De Bretton-Gordon sagt: "Syrien war damals ein Banditenstaat und es gab ernsthafte Gefahren." Dennoch gelang es ihm und seinem Team mit Hilfe von Nichtregierungsorganisationen, bedeutende Beweise zu sammeln.
Die gesammelten Beweise von Opfern einer Chlorvergiftung, einschließlich Blut- und Haarproben, wurden an internationale Organisationen gesendet und diese Beweise wurden in rechtlichen Nachverfolgungen gegen das Assad-Regime verwendet.
Medienberichte über den Einsatz chemischer Waffen im Sudan begannen vor 10 Monaten, und kürzlich wurde ein umfangreicher Informationsbericht zu diesem Thema veröffentlicht. Beweise zeigen, dass das Assad-Regime zwischen 2013 und 2019 wiederholt Chlorbomben eingesetzt hat. Nun gibt es neue Beweise für den Einsatz derselben Art von Waffen im Sudan, die eine weitere Beweissammlung erfordern.
Trotz der Gefahren können die von internationalen Teams gesammelten Beweise eine entscheidende Rolle in zukünftigen rechtlichen Verfolgungen spielen. De Bretton-Gordon weist darauf hin, dass die Beweissammlung nach internationalen Standards aufgrund bestehender Einschränkungen und hoher Risiken eine schwierige Aufgabe ist, aber die Ergebnisse können tiefgreifende Auswirkungen auf die politische und menschenrechtliche Zukunft in diesen Regionen haben.
Weiterlesen: Warnung des UN-Menschenrechtsbeauftragten zu Kriegsverbrechen im Gazastreifen · Jemen in Flammen: 80.000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben




