Die Welthandelsorganisation (WTO) warnte, dass, wenn die Länder nicht weiterhin das multilaterale Handelssystem reformieren und aufrechterhalten, die globale Wirtschaft bis 2050 bis zu 10 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts verlieren könnte. Diese Warnung wurde im Zuge geopolitischer Entwicklungen und Veränderungen im globalen Handel ausgesprochen.
Große Störungen im globalen Handelssystem
Laut dem WTO-Bericht ist das globale Handelssystem derzeit den größten Störungen seit 80 Jahren ausgesetzt. Handelsregeln werden in einem beispiellosen Ausmaß herausgefordert, und diese Situation ist seit der Gründung dieser Institution nach der Großen Depression und dem Zweiten Weltkrieg ohne Beispiel. In Szenarien, in denen die multilateralen Handelsregeln geschwächt werden, könnte das globale Bruttoinlandsprodukt um 5,1 Prozent sinken und die Exporte um 18,6 Prozent zurückgehen.
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Die WTO prognostiziert in Szenarien, in denen die Handelszusammenarbeit zwischen Ländern um geopolitische Blöcke organisiert wird, dass der wirtschaftliche Schaden global auf 6,9 Prozent und die globalen Exporte auf fast 27 Prozent steigen wird. Diese Zahlen verdeutlichen die hohen Kosten, die durch die Schwächung der internationalen Handelskooperationen entstehen.
Chancen und Herausforderungen von Reformen
Die Generaldirektorin der WTO, Ngozi Okonjo-Iweala, erklärte, dass das multilaterale Handelssystem bereits repariert und innoviert wurde und wieder in diesen Zustand zurückkehren kann. Sie fügte hinzu, dass die WTO-Mitglieder nun aktiv Reformen prüfen und man sich nicht mehr mit dem aktuellen Zustand zufrieden geben kann.
Die Warnung der WTO vor wirtschaftlichen Schäden und einem Rückgang der Exporte erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Handelskonflikte zwischen den globalen Wirtschaftsmächten zunehmen. Die Handelskonflikte zwischen den Vereinigten Staaten und China haben insbesondere nach der Einführung von Vergeltungszöllen in Höhe von Hunderten von Milliarden Dollar Schocks für die globale Wirtschaft verursacht. Auch die Vereinigten Staaten haben Handelskooperationen mit anderen Handelspartnern, einschließlich der Europäischen Union, beeinträchtigt.
Die WTO weist auch darauf hin, dass viele der aktuellen Herausforderungen des multilateralen Handelssystems aus seinen eigenen Erfolgen resultieren. Dieses System hat in den letzten 80 Jahren zur Unterstützung einer nahezu 50-fachen Ausweitung des globalen Handels beigetragen. Insgesamt werden etwa 72 Prozent des globalen Warenhandels weiterhin unter den Bedingungen der „Most-Favored-Nation“-Klausel der WTO abgewickelt.
Wenn die Mitgliedsländer das multilaterale Handelssystem durch Reformen der WTO-Regeln stärken, könnte das globale Bruttoinlandsprodukt bis 2050 um 3 Prozent oder etwa 3 Billionen Dollar steigen. Für einkommensschwache Länder, die derzeit weniger als 1 Prozent des globalen Handels ausmachen, wird dieser Anstieg sehr signifikant sein, und ihr Bruttoinlandsprodukt wird voraussichtlich um 7,7 Prozent oder 100 Milliarden Dollar steigen.
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